Watson-Marlow

OEM-Schlauchpumpen für Endoskope

| Autor / Redakteur: / Kathrin Schäfer

Invendo Medical hat das nach eigenen Angaben weltweit erste Single-use-Koloskop entwickelt. Geliefert wird es einsatzbereit und mit Ethylenoxid sterilisiert.
Invendo Medical hat das nach eigenen Angaben weltweit erste Single-use-Koloskop entwickelt. Geliefert wird es einsatzbereit und mit Ethylenoxid sterilisiert. (Bild: Watson Marlow Fluid Technology Group)

Darmspiegelungen mit sterilen Einmal-Koloskopen sind ein hygienischer Weg, Darmerkrankungen zu diagnostizieren. Zu den wichtigsten Komponenten gehören: Schlauchpumpen.

  • Jährlich mehrere hunderttausend Koloskopien in Deutschland
  • Aufwendige Reinigung von Endoskopen
  • Sterilisierung versus Desinfektion
  • Leicht bedienbare, zuverlässige Schlauchpumpen
  • Platinvernetzte Silikonschläuche ebenfalls aus dem Hause Watson-Marlow

Bei Invendo Medical ist man überzeugt: Sterile Einmal-Koloskope bieten ein Maximum an Hygiene und Patientensicherheit und sind deshalb die Zukunft der Darmkrebsvorsorge. Das Unternehmen hat das nach eigenen Angaben weltweit erste Single-use-Koloskop entwickelt. Für den freien Durchblick während der Untersuchung muss die Kameralinse immer wieder gespült werden. Dafür sorgt eine OEM-Schlauchpumpe von Watson-Marlow. Die Pumpe liefert nicht nur den für die Reinigung notwendigen Förderdruck, sondern besticht vor allem durch ihre Zuverlässigkeit und ihr einfaches Handling.

In Deutschland werden jährlich mehrere hunderttausend Koloskopien durchgeführt

Darmkrebs gehört zu den häufigsten Krebsarten und steht auch in der Rangliste der tödlichen Krebserkrankungen weit oben. In den allermeisten Fällen entsteht die Erkrankung aus zunächst gutartigen Wucherungen der Darmschleimhaut, den Polypen. Nur mithilfe einer Darmspiegelung (Koloskopie) können Polypen zuverlässig erkannt und entfernt werden.

Dank der Einführung der Darmspiegelung zur Darmkrebsvorsorge in Deutschland konnte die Zahl der Darmkrebserkrankungen seit 2003 um 16 Prozent reduziert werden. Auch bei der Behandlung einer Vielzahl von anderen Erkrankungen des unteren Teils des Gastrointestinaltraktes sind Koloskopien unverzichtbar. Da überrascht es wenig, dass alleine in Deutschland mehrere hunderttausend Koloskopien im Jahr durchgeführt werden.

Die Reinigung von Endoskopen gestaltet sich aufwendig

Ein wesentlicher Grund für den Erfolg: Koloskopien sind ausgesprochen sichere Verfahren mit einer sehr geringen Komplikationsrate. Ein lange Zeit weitgehend ignoriertes Problem stellt allerdings die Hygiene dar: Normalerweise werden Endoskope, die für Darmspiegelungen eingesetzt werden (Koloskope), nicht nach dem Gebrauch nicht sterilisiert, da die hohen Temperaturen die Lebensdauer der Geräte drastisch reduzieren würden. Stattdessen werden sie wiederverwendet und müssen nach jeder Anwendung am Patienten aufbereitet werden.

Nicht ausreichend desinfizierte Koloskope führen zu einem Infektionsrisiko, im schlimmsten Fall kommt es zu einer Kreuzkontamination mit gefährlichen Krankheitserregern. Um ein möglichst hohes Maß an Sicherheit zu gewährleisten, ist die Reinigung der Endoskope minutiös festgelegt und beinhaltet bis zu 100 unterschiedliche Schritte – von der Vorreinigung über die manuelle Reinigung mit unterschiedlichen Bürsten bis hin zur Art der Trocknung und Verpackung der Instrumente. Dies macht die Prozedur für Kliniken wie Praxen personalintensiv und damit relativ teuer.

Darüber hinaus sind die Reinigungsprozesse fehleranfällig. Studien haben gezeigt, dass eine signifikante Zahl der Endoskope selbst nach fachgerechter „High-Level-Desinfection“, bei der alle Schritte vorschriftsgemäß erledigt wurden, noch mit Keimen belastet sind. Spätestens seit dem Skandal um unzureichend gereinigte Endoskope an einem großen Universitätsklinikum im Jahr 2015 ist das Thema auch in Deutschland bei Epidemiologen und Hygienebeauftragten in den Fokus gerückt.

Ergänzendes zum Thema
 
Das Antriebssystem ist integriert
Mit dem integrierten System Drive-Sure von Watson-Marlow sind Motor, Getriebe, Steuerung sowie eine breite Auswahl an Pumpenköpfen schon ab Werk aufeinander abgestimmt. Zur Verfügung stehen beispielsweise die Pumpenköpfe der Baureihen 102R, 114, 313D, 501RL und 520R für ein Fördervolumen von 0,1 bis 6.100 ml pro Minute. Das Drehmoment des Antriebs ist dabei auf den jeweiligen Pumpenkopf abgestimmt. Die Ansteuerung erfolgt über gängige Prozesssignale, wie zum Beispiel 0-10V oder 4-20mA. Der Betrieb des Gleichstrommotors ist sowohl im 24V- als auch im 48V-Modus möglich und kann durch ein Regelverhältnis von 51:1 und einen Drehzahlbereich von 8-408 Umdrehungen pro Minute an die jeweilige Anlage angepasst werden.

Eine Desinfektion ist niemals so sicher wie eine Sterilisierung

Um die Sicherheit von Patienten zu erhöhen und um Krankenhäusern und Praxen von der aufwändigen Aufbereitung zu entlasten, geht man bei dem Medizintechnikunternehmen Invendo Medical einen neuen Weg. „Jede noch so aufwändige Desinfektion, selbst wenn alle Schritte korrekt ausgeführt werden, kann niemals so sicher sein wie eine Sterilisierung“, glaubt Timo Hercegfi, Geschäftsführer bei Invendo mit Sitz im bayerischen Kissing. „Aus diesem Grund geht bei medizinischen Geräten der Trend hin zu Single-use-Komponenten, die nur ein einziges Mal zum Einsatz kommen und damit eine maximale Patientensicherheit garantieren.“

Mit dem Invendoscope SC200 hat Invendo Medical das nach eigenen Angaben weltweit erste sterile Einmal-Koloskop entwickelt. Geliefert wird es einsatzbereit und mit Ethylenoxid sterilisiert. Dadurch ist Keimfreiheit garantiert. Neben dem flexiblen, einmal verwendbaren Koloskop besteht das Endoskopiesystem von Invendo aus einer ergonomisch geformten Handsteuerung, dem Invendo Scope Controller, sowie der Versorgungssteuereinheit SPU E200, die beide zur mehrfachen Verwendung ausgelegt sind.

Obwohl für eine einmalige Nutzung an nur einem Patienten ausgelegt, macht das Invendoscope SC200 bei der Qualität der Behandlung keinerlei Abstriche im Vergleich zu herkömmlichen, wiederverwendbaren Koloskopen, betont Hercegfi. Ganz im Gegenteil: „Die Ergonomie setzt Maßstäbe, und die Qualität der Bildgebung ist auf dem allerhöchsten Niveau dank unserer eigenen Produktionslinie von Kameras mit modernem CMOS-Chip. Das Gerät verfügt selbstverständlich über einen Arbeitskanal von 3,1 mm und ist mit allen gängigen Therapie-Instrumenten kompatibel“, berichtet Timo Hercegfi. „Der elektrohydraulische Endoskopkopf ist klassischen Endoskopen überlegen. Er ermöglicht es, die Spitze um 180 Grad in alle Richtungen abzuwinkeln und ist darüber hinaus in der Lage, mit CO2 zu insufflieren, um den Darm zu entfalten, zu saugen und die Linse der Kamera mit sterilem Wasser zu spülen.“

Die Schlauchpumpe: leicht bedienbar und zuverlässig

Eine regelmäßige Spülung ist wichtig, um die Linse immer frei von Verschmutzungen zu halten. „Während der Untersuchung muss mindestens einmal pro Minute mit einem gewissen Druck gespült werden“, weiß Hercegfi. Für diese Aufgabe kommt eine in die Versorgungssteuereinheit installierte OEM-Schlauchpumpe zum Einsatz. „Bei der Auswahl der richtigen Pumpe kam es uns neben einem ausreichenden Druck vor allem auf eine einfache, fehlerfreie Bedienung und Zuverlässigkeit an. Denn während das Endoskop nur einmal verwendet wird, bleibt die SPU-Steuereinheit mehrere Jahre im Einsatz und wird pro Jahr für zirka 1.500 Untersuchungen verwendet.“

Fündig wurde Invendo Medical bei Watson-Marlow. Der Anbieter von Schlauchpumpen verfügt neben Gehäuse- und Industriepumpen über ein breites Angebot an OEM-Einbaulösungen, die sich an den Einsatzzweck anpassen lassen. In den Endoskopsystemen kommen OEM-Schlauchpumpen der Baureihe 300 zum Einsatz. Die kompakte Pumpe gewährleistet eine präzise und reproduzierbare Fördermenge. Pro Untersuchung werden zirka 500 ml steriles Wasser in Intervallen gefördert. Angetrieben wird der Pumpenkopf von Drive-Sure, einer Plug-and-play-Antriebslösung bestehend aus einem bürstenlosen Gleichstrommotor mit integrierter Steuerung. Diese anschlussfertige Lösung wurde von Watson-Marlow für Anwendungen in der Medizintechnik entwickelt und ermöglicht eine besonders schnelle Integration in das Gerät.

Pumpe und Schlauch müssen zusammenspielen

Bei Invendo Medical ist man mit der Leistung und der Zuverlässigkeit der Pumpen sehr zufrieden: „Wir nutzen die Pumpen von Watson-Marlow nun seit ungefähr 1,5 Jahren in unseren Geräten, bislang funktionieren sie reibungslos. Es gab so gut wie keine Ausfallzeiten“, blickt Radovan Susec, Head of Procurement bei Invendo Medical, zurück. „Viele unserer Pumpen sind für den Dauerbetrieb ausgelegt und funktionieren über einen sehr langen Zeitraum reibungslos“, erläutert in diesem Zusammenhang Michael Peters, OEM Sales Engineer bei Watson-Marlow. Ein wichtiger Grund dafür ist das optimale Zusammenspiel von Pumpe und Schlauch: Der Hersteller von Schlauchpumpen verfügt über eine eigene Produktion zertifizierter Silikonschläuche. Der hier verwendete Pumpsil ist ein platinvernetzter Silikonschlauch, der in einer modernen Extrusionsanlage in Reinräumen der Klasse 7 nach ISO 14644-1 produziert wird. Dank zahlreicher verschiedener Innendurchmesser und Wandstärken eignet er sich für eine Vielzahl an unterschiedlichen Anwendungen.

Weiteres wichtiges Kriterium bei der Auswahl der Pumpe war neben einem guten Preis-Leistungsverhältnis die einfache Bedienung. Das Praxis- und Krankenhauspersonal muss in der Lage sein, den Pumpenschlauch und auch den kompletten Pumpenkopf bei Bedarf selbst und ohne größere Verzögerung austauschen zu können. Kein Problem bei den Pumpenköpfen der Baureihe 313, bei dem sich eine Fehlbedienung praktisch ausschließen lässt. Dank des sogenannten Flip-Top-Deckels kann der Schlauch in wenigen Sekunden ausgewechselt werden. Auch der Tausch des gesamten Pumpenkopfes ist dank Bajonettverschluss kein Problem und lässt sich ohne Werkzeug mit wenigen Handgriffen durchführen.

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