Medtech meets Pharma / Fraunhofer ISC

Neues Translationszentrum für Medizinprodukte und zellbasierte Therapien

| Redakteur: Peter Reinhardt

Diese kieselgel-basierte Wundeinlage für diabetische Wunden und Brandwunden ist bereits seit Oktober 2010 als Medizinprodukt zugelassen.
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Diese kieselgel-basierte Wundeinlage für diabetische Wunden und Brandwunden ist bereits seit Oktober 2010 als Medizinprodukt zugelassen. (Bild: Fraunhofer ISC)

Medizinprodukte, die auf innovativen Werkstoffen und zellbasierten regenerativen Therapien basieren, werden ein wesentlicher Bestandteil der zukünftigen medizinischen Versorgung sein. Sie können sowohl Krankheiten effektiver heilen als auch das Gesundheitssystem langfristig entlasten. Für die in Deutschland mittelständisch geprägte Industrie eröffnet sich damit ein neues Marktsegment.

Am Universitätsklinikum Würzburg wurde unter Leitung von Prof. Heike Walles vom Fraunhofer-Institut für Grenzflächen- und Bioverfahrenstechnik IGB ein neuer Institutsteil „Würzburg Translationszentrum Regenerative Therapien für Krebs- und Muskuloskelettale Erkrankungen“ gegründet. Ziel ist, als Partner der Industrie den schnellen Transfer von Entwicklungen aus der Forschung in neue Produkte zu unterstützen.

Medtech meets Pharma – zwei Hightech-Branchen im Dialog

Fachsymposium

Medtech meets Pharma – zwei Hightech-Branchen im Dialog

26.06.14 - Auf der Suche nach neuen Geschäftsfeldern wachsen die Hightech-Branchen Medizintechnik und Pharma immer weiter zusammen. Neue Applikationstechniken für Pharmaprodukte wie Insulinpens und wirkstoffabgebende Medizintechnik oder Knochenzemente sind nur zwei Beispiele von vielen. lesen

Translationszentrum vereint Wissenschaftler und Ingenieure

Im Translationszentrum arbeiten Wissenschaftler und Ingenieure des Lehrstuhls Tissue Engineering & Regenerative Medizin (TERM) des Universitätsklinikums Würzburg und des Würzburger Fraunhofer-Instituts für Silicatforschung ISC zusammen. Ebenfalls direkt eingebunden sind das Muskuloskelettale Zentrum Würzburg (MCW), der Lehrstuhl für Funktionswerkstoffe der Medizin und der Zahnheilkunde (fmz), das Deutsche Zentrum für Herzinsuffizienz (DZHI) sowie das Tumorzentrum der Uni Würzburg (CCC).

Humane Testsysteme als Alternative zu Tierversuchen

Neue Medikamente und Substanzen sind vor der Zulassung hinsichtlich Qualität, Wirksamkeit und Unbedenklichkeit zu testen. Untersuchungen im Tier jedoch sind aufgrund von Gesetzen oder artspezifischer Unterschiede nicht möglich. Am Lehrstuhl TERM werden daher Gewebemodelle, sogenannte humane Testsysteme, als Alternative zu Tierversuchen entwickelt. Durch Methoden des Tissue Engineering werden zudem Implantate aus körpereigenen Zellen gezüchtet. Diese mindern Abstoßungsreaktionen des Körpers und wachsen mit. Anders als bei traditionellen Implantaten werden so die dabei wirkenden Mechanismen miteinbezogen. Der Lehrstuhl ist ausgestattet, um Geräte- und Testverfahren für die Medizintechnik zu entwickeln.

Neue Trägermaterialien für das Tissue Engineering

In Zusammenarbeit mit dem Geschäftsbereich Gesundheit des Würzburger Fraunhofer-Instituts für Silicatforschung ISC werden gemeinsam neue Trägermaterialien für das Tissue Engineering sowie biofunktionalisierte Partikel für Diagnostik und Theranostik entwickelt und getestet. Das Fraunhofer ISC verfügt über langjährige Expertise und umfangreiches Equipment im Bereich biokompatibler und bioresorbierbarer Materialien und kann GMP-fähig ausgestattete Labore für die Entwicklung, Analytik und Herstellung zellbasierter Trägersysteme bereitstellen.

Aktuelle Forschungsarbeiten und Projekte stellen die Forscher des Tranlationszentrums im Ausstellungsbereich des Fachsymposiums „Medtech meets Pharma“ am 21. Oktober in Würzburg vor. Darüber hinaus wird Prof. Walles dort um 15:30 Uhr einen Vortrag halten. Thema: Tissue Engineering – Schnittstellentechnologie zwischen Medizintechnik und Pharma.

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