LK Mechanik

Neuer Geschäftsführer sieht attraktive Zukunftsperspektiven

| Redakteur: Peter Reinhardt

LK Mechanik-Geschäftsführer Matthias Kroll: „Wir sind immer in der Lage, innovative Werkstückträger oder Reinigungsbehälter zu realisieren, mit denen unsere Kunden die Effizienz ihrer Abläufe weiter verbessern können.“
LK Mechanik-Geschäftsführer Matthias Kroll: „Wir sind immer in der Lage, innovative Werkstückträger oder Reinigungsbehälter zu realisieren, mit denen unsere Kunden die Effizienz ihrer Abläufe weiter verbessern können.“ (Bild: LK Mechanik)

„Freundliche Übernahme eines Medtech-Metallverarbeiters“ lautete der Titel zu LK-Mechanik in der ersten Jahreshälfte. Nun gibt die neue Geschäftsführung das erste Interview.

  • Neue Medizinprodukteverordnung der EU steht auf der To-do-Liste der Qualitätsbeauftragten
  • Medizintechnik-Markt wächst kontinuierlich
  • Werkzeugträger sind wichtiges Glied in der Kette von Industrie 4.0

LK Mechanik gilt als Premiumhersteller von Werkstückträgern und Reinigungsbehältern für industrielle und medizintechnische Anwendungen. Mit Tomas Loh und Matthias Kroll gibt es seit Februar dieses Jahres eine neue Geschäftsführung. Anlässlich der bevorstehenden Motek gibt Matthias Kroll Einblicke in das aktuelle Geschehen während der Übernahmephase und die anstehenden strategischen Überlegungen zur Zukunft des Unternehmens.

Herr Kroll, seit einigen Jahren schon sind Tomas Loh und Sie unternehmerische Weggefährten. Was hat Sie zur Übernahme von LK Mechanik bewogen?

Richtig, Tomas Loh und ich kennen und schätzen uns seit vielen Jahren. Wir arbeiten bereits seit geraumer Zeit sehr erfolgreich in dem von ihm gegründeten Unternehmen Loka Metallverarbeitung in Hüttenberg zusammen. Schon länger beschäftigt uns allerdings die Idee, unsere Technologie- und Management-Erfahrungen auch noch anderenorts einzusetzen. Als wir dann erfuhren, dass LK Mechanik im benachbarten Heuchelheim wegen fehlender Nachfolger aus dem Kreise der Familie zum Verkauf steht, haben wir unsere Idee in die Tat umgesetzt.

Zwei Metallverarbeitungsfirmen, schafft das nicht intern Konkurrenz?

Beide Firmen ergänzen sich geradezu perfekt hinsichtlich der eingesetzten Verfahren und Technologien, bedienen mit ihren Produkten aber unterschiedliche Zielgruppen,. Daraus ergeben sich hochinteressante Synergien und attraktive Zukunftsperspektiven für die weitere Entwicklung von LK Mechanik – und auch für Loka.

Wie steht es bei LK Mechanik um die Belange der Medizintechnik?

Nun, dank regelmäßiger Investitionen in seinen Maschinenpark gilt LK Mechanik im Bereich der Metallbe- und verarbeitung heute als exzellent ausgestattetes Unternehmen. Die 3D-CAD-Tools in der Konstruktion sind auf dem neusten Stand der Technik, in der Produktion sind mit dem Laserfeinschneiden, dem Wasserstrahl-Feinschneiden und dem Präzisionsstanzen modernste CNC-Verfahren zur Edelstahl-Bearbeitung in der täglichen Anwendung, und für die Oberflächen-Veredelung steht uns neben dem Elektropolieren auch ein Nass-/Trocken-Verfahren aus eigener Entwicklung zur Verfügung. Und nicht zu vergessen: LK Mechanik beschäftigt hochqualifizierte Mitarbeiter. Sie verfügen nicht nur über fundiertes Knowhow zur Teilereinigung, zur Montagetechnik, zur Automatisierung und zum Werkstück-Handling, sondern kennen auch die technologisch-administrativen Anforderungen des Marktes – etwa in Bezug auf die in der Medizintechnik wichtigen DIN ISO 9001 und DIN ISO 13485. Sogar die neue Medizinprodukteverordnung der EU steht bereits auf der To-do-Liste unserer Qualitätsbeauftragten.

Und wie laufen derzeit die Geschäfte im Marktsegment Medizintechnik?

Wir sind sehr zufrieden. Der Medizintechnik-Markt zählt für uns zu den Bereichen mit kontinuierlichem Wachstum. Gerade hier können wir regelmäßig mit innovativen Behälterlösungen aus Edelstahl und Silikon punkten. Als wichtige Expertise erweist sich dabei nicht nur unsere Zertifizierung nach DIN EN ISO 9001, sondern auch unsere Mitgliedschaft in der Deutschen Gesellschaft für Sterilgutversorgung. Dank unserer inzwischen jahrelangen Projektarbeit für die Medizintechnik wissen wir heute sehr genau, wo die neuralgischen Punkte bei der Entwicklung und Fertigung effizienter Lösungen zum Lagern, Fördern, Reinigen und Sterilisieren medizinischer Sterilgüter liegen.

Aufgrund der Bedeutung des Segments Medizintechnik hat LK-Mechanik in der Vergangenheit traditionell auf der Medica ausgestellt. Warum nicht auch in diesem Jahr?

Aufgrund der Übernahme und der vielen sonstigen Messen, die man in 2017 als Aussteller beschickt, reichen die Kapazitäten nicht aus, um auch noch auf der Medica auszustellen. Wir werden aber als Besucher vor Ort sein und sowohl die Messe als auch den Markt, den die Messe abbildet, weiter beobachten.

Sie sind inzwischen rund ein halbes Jahr als Geschäftsführer im Amt. Womit beschäftigen Sie sich derzeit hauptsächlich?

Nun, in den ersten Wochen standen das intensive Kennenlernen aller Mitarbeiter, Prozesse, Vereinbarungen und Projekte im Mittelpunkt. Ich habe aber schon früh damit begonnen, unsere vielen Kunden persönlich zu besuchen und kennenzulernen. Das wird mich auch noch eine Weile beschäftigen, da LK Mechanik mit seinen Produkt- und Systemlösungen über einen sehr großen Kundenstamm verfügt. Aktuell werden sowohl Maschinenbauer in der Oberflächentechnik, Montagetechnik, Verfahrenstechnik, Optik und Messtechnik als auch Anlagenbauer und Dienstleister in der Medizintechnik und Krankenhaus-Logistik versorgt. Große Kunden in diesen Branchen schätzen uns zudem als Partner im Rahmen anspruchsvoller Entwicklungsprojekte. Zum Beispiel zum Thema Durchgängige Automatisierungslösungen – Stichwort Industrie 4.0. Es ist ganz wichtig, dass diese Vorhaben reibungslos weiter laufen können.

Industrie 4.0? Was kann dazu denn ein Unternehmen wie LK Mechanik beisteuern?

Davon können sich die Besucher unserer Messestände auf der Motek und auf der parts2clean im Oktober in Stuttgart ein Bild machen. Denn hier gewähren wir Einblicke in unsere Kooperation mit dem Automatisierungs-Spezialisten Arteos, mit dem wir an der Entwicklung eines modularen Systems aus Intelligentem Werkstückträger (IWT) und Fahrerlosem Transportsystem (FTS) arbeiten. Unsere Werkstückträger übernehmen dabei zentrale Funktionen des Datenträgers. Sobald nämlich ein Bauteil selbst nicht als Datenträger infrage kommt, weil es zu winzig ist, weil es noch bearbeitet werden muss oder einfach weil es zu teuer wäre, tritt der Werkstückträger als Datenträger in Interaktion mit dem übergeordneten Steuerungssystem. Er wird damit zum wichtigen Glied in der Kette und dient als Impulsgeber für die Steuerung von Fertigung und Montage. Das ist Industrie 4.0.

Was sind die wichtigsten Eckpunkte hinsichtlich der weiteren Entwicklung von LK Mechanik?

Als entscheidende Eckpunkte sehen wir hier die hohe Qualität, die weitere Diversifizierung und die kontinuierliche Innovationsfähigkeit des Unternehmens. Damit können wir auch – da bin ich mit Tomas Loh einig – am besten dem ständigen Preisdruck begegnen. Wir wollen weder als Billiganbieter im Markt auftreten noch einseitig auf eine einzige Kundengruppe fokussieren. Es gibt sowohl in der Produktionslogistik, in der Montagetechnik und in der Teilereinigung als auch in der Medizintechnik den ungebremsten Trend zu maßgeschneiderten, zugleich aber flexibel nutzbaren Behälter- und Werkstückträger-Systemen, die sich möglichst über mehrere Prozessstufen verwenden lassen. Da gleichzeitig der Automatisierungsgrad der Montage- und Reinigungsabläufe weiter zunimmt, steigen die Ansprüche an das Design und die Verarbeitungsqualität dieser Werkstückträger. Auf diese Anforderungen ist LK Mechanik schon immer bestens eingestellt. Hier sind wir vielen anderen eine Nasenlänge voraus.

Worauf begründet sich diese Überzeugung?

Nun, unseren Kunden mit unseren Lösungen einen Vorteil zu generieren und sie damit noch erfolgreicher zu machen, darin sehen wir unsere zentrale Aufgabe. Abgesehen von unseren Kompetenzen in Konstruktion, Fertigungstechnik und Oberflächentechnik verfügen wir über viel fundiertes Know-how zu Anwendungen und Prozessen. Wir sind daher sehr gut in der Lage, innovative Lösungen zu realisieren, mit denen unsere Kunden die Effizienz ihrer Abläufe weiter verbessern können. Denken Sie in diesem Zusammenhang nur an unsere Möglichkeiten beim Laserfeinschneiden, beim Wasserstrahlschneiden, beim Laserschweißen oder beim Präzisionsstanzen. Wir verfügen beispielsweise über ein Fünf-Achsen-Laserbearbeitungszentrum von Trumpf, mit dem wir sehr wirtschaftlich auch kleine bis mittlere Serien von Bauteilen und Baugruppen realisieren können – und zwar sowohl in sehr dünnen als auch in dickeren Blechen. Im Bereich der Oberflächentechnik intensivieren wir derzeit den Einsatz innovativer Polymerbeschichtungen, die Werkstückträgern und Reinigungsbehältern einen verbesserten Antihafteffekt verleihen. Außerdem nutzen wir hier die Möglichkeiten des Plasmapolierens, das wir als Alternative zum Edelstahlpolieren anbieten. Unsere Kunden wissen, dass sie von uns nur Premiumqualität bekommen und fordern uns daher immer wieder heraus, anspruchsvolle Träger- und Behältersysteme zu entwickeln.

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