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Hilfe für Nick (11): Eine Orthopädiemechaniker-Meisterin berichtet aus ihrem Beruf

| Autor / Redakteur: Julia Bötticher / Kathrin Schäfer

Nick übt den Dreipunkt-Griff. V.l.n.r.: Stefan Reinelt, Spezialist für Armprothetik, zusammen mit Nick Deike, der Ergotherapeutin Daniela Wüstefeld und der Orthopädiemechaniker-Meisterin Julia Bötticher.
Nick übt den Dreipunkt-Griff. V.l.n.r.: Stefan Reinelt, Spezialist für Armprothetik, zusammen mit Nick Deike, der Ergotherapeutin Daniela Wüstefeld und der Orthopädiemechaniker-Meisterin Julia Bötticher. (Bild: Ottobock)

Die Orthopädiemechanikerin Julia Bötticher versorgt den elfjährigen Nick mit einer myelektrischen Armprothese. Ihr persönlicher Bericht hat uns in der Redaktion so gut gefallen, dass wir ihn aus ihrer Erzählperspektive an unsere Leser weitergeben möchten – nur leicht redigiert, authentisch in der Ich-Form.

  • Armamputation wegen Rhabdomyosarkom
  • Myoelektrische Armprothese
  • Elektronisch angetriebenes Ellbogengelenk

Nick Deike,11 Jahre alt, ist ein aufgeweckter, motivierter und lebensfroher Junge, der seine neue myoelektrische Armprothese bereits sehr vielfältig im Alltag einsetzt. Im Juni 2014 hat Nick sich bei einem Fußballspiel in der Schule den Oberarm gebrochen. „Ein Glück“, kann man nun sagen, da ihm dieser Knochenbruch vielleicht das Leben rettete.

Armamputation wegen eines Weichteiltumors

Als nach einigen Wochen im Bereich des Knochenbruches eine Schwellung entstand und Nick seine Finger nach und nach nicht mehr bewegen konnte, wurde festgestellt, dass Nick ein Rhabdomyosarkom (Weichteiltumor) in seinem Oberarm hat. Bei dem Rhabdomyosarkom handelte es sich um eine aggressive Variante, die sehr selten bei Kindern auftritt. Da dieser Krebs sich sehr schnell vergrößerte, wurde Nick zeitnah der komplette Arm im Schultergelenk amputiert.

Doch Nick ist stark. Er hat eine liebevolle und sich um ihn kümmernde Familie an seiner Seite. Zusammen sind sie ein Team und stehen diese furchtbare Zeit gemeinsam durch. Beeindruckend ist es zu hören, wie Nick sich willensstark macht und weiterkämpft.

Er nimmt von sich aus an den Krankenhausaktivitäten teil, ist gern dabei und hat Freude daran. Stolz berichtet er über den Besuch eines berühmten Fußballspielers im Krankenhaus und über den Ausflug ins Legoland mit der ganzen Familie (gespendet von einer Elterngemeinschaft).

Bereits nach kurzer Zeit der Amputation wurde die Familie über die Möglichkeiten einer Armprothese informiert. Somit kam Nick im Dezember 2014 zu einem Beratungsgespräch zum Medizintechnikunternehmen Ottobock nach Duderstadt. Dabei zeigte sich, dass Nick alle Voraussetzungen hat, eine myoelektrische Armprothese anzusteuern.

Prothese mit elektronisch angetriebenem Ellbogengelenk

Im April 2017 hat Nick nun seine zweite myoelektrische Armprothese erhalten. Nicht nur die Funktionen der Prothese sind ein Fortschritt für Nick, auch das Design ist ein echter Hingucker. Durch einen Freischwung im Schultergelenk kann Nick beim Gehen beide Arme wie gewohnt mitschwingen. Aber trotzdem ist das Schultergelenk nach vorn sperrbar, um somit zum Beispiel wie gewohnt essen und trinken zu können. Auch eine Abduktion, also das seitliche Abheben des Armes vom Körper, ist möglich.

Die wohl größte und für Nick wichtigste Funktion der Prothese ist allerdings das elektronisch angetriebene Ellbogengelenk. Somit kann Nick über Muskelsignale den Unterarm beugen oder strecken. Nicht nur der Ellbogen wird über Muskelsignale angesteuert, sondern auch die Hand, die nach innen und außen rotiert, sich öffnen und schließen lässt, wann immer Nick den Muskelbefehl dazu gibt.

Auch in seinen Hobbys kann Nick sich nun wieder vollkommen ausleben. Er liebt es, Fahrrad zu fahren, genießt die Ausflüge in den Harz zum Ski fahren und ist aktiv bei der Jungendfeuerwehr dabei.

Wir sind froh Nick geholfen zu haben, zurück in sein altes Leben zu finden.

Autorin: Julia Bötticher, Juli 2017

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