Technische Universität Berlin (TUB)

Forschungsergebnisse auf der Labvolution und Biotechnica

| Redakteur: Peter Reinhardt

Auf einem Gemeinschaftsstand auf der Labvolution präsentiert die Technische Universität Berlin ihr gebündeltes Know-how.
Auf einem Gemeinschaftsstand auf der Labvolution präsentiert die Technische Universität Berlin ihr gebündeltes Know-how. (Bild: Deutsche Messe)

Um ihre Forschungsergebnisse im Bereich Biotechnologie dem Fachpublikum vorzustellen, organisiert die Technische Universität Berlin (TUB) auf der Messe Labvolution nebst parallelem Life-Sciences-Event Biotechnica Mitte Mai in Hannover einen Gemeinschaftsstand.

  • Enzymatisches Verfahren für die Bekämpfung von Krankheiten
  • Werkzeug- und Formenbau für biotechnologische und medizinische Applikationen
  • Technologietransferstelle für den rechtlichen Schutz und die Vermarktung von Forschungsergebnissen und Erfindungen

Ob Forschungseinrichtungen oder Unternehmen – die Aussteller des TUB-Gemeinschaftsstandes präsentieren ihre Forschungsergebnisse, um weltweit Kontakte für mögliche Kooperationen zu gewinnen. Die TUB steht Messebeteiligungen von Forschungsgruppen und Start-ups besonders aufgeschlossen gegenüber.

Einwegbioreaktor Cell-Tainer

Aus dem Fachbereich Bioverfahrenstechnik des Instituts für Biotechnologie präsentiert die TUB den Cell-Tainer. Der Einwegbioreaktor wurde in Zusammenarbeit mit der Firma Celltainer Biotech entwickelt. Er steht nun neben 20 und 200 l auch in einer kleinen Variante mit 2 l zur Verfügung. Der wellendurchmischte Reaktor eignet sich nicht nur für die scherarme Kultivierung von Zelllinien, sondern aufgrund des vergleichsweise hohen Gasmassentransfers auch für die Anzucht von Mikroorganismen. Das Konzept erwies sich bisher geeignet für Kultivierungen von Escherichia Coli Fed-batch, in denen Biotrockenmassekonzentrationen bis 60 g/l ohne zusätzliche Sauerstoffzufuhr erzielt werden konnten. Das System eignet sich ebenso zur Kultivierung filamentöser Pilze, bei denen durch die geringen Scherkräfte die Ausbildung von Strukturen allein durch Medienkomponenten bestimmt wird. Zudem wurde eine Variante zur Kultivierung phototropher Organismen entwickelt, bei der durch das hohe Oberflächen- zu Volumenverhältnis ein guter Lichtenergieeintrag erzielt wird.

Enzymatische Nukleosid- und Nukleotidsynthese

Ein weiteres Thema des TUB-Gemeinschaftsstands ist ein enzymatisches Verfahren zur Herstellung von Pharmaka, das Bio-Nukleo entwickelt hat. Würde DNA immer weiter aufgespalten, blieben am Ende Nukleoside und Nukleotide, die Bausteine des Lebens. Synthetisch hergestellte Nukleoside sind elementare Pharmaka für die Bekämpfung von Krankheiten. Stand der Technik für deren Herstellung sind chemische Verfahren. Diese stoßen bei der erzeugten Reinheit an Grenzen und können darüber hinaus bestimmte Moleküle nicht erzeugen. Bio-Nukleo hat zur Herstellung modifizierter Nukleoside und Nukleotide ein enzymatisches Verfahren entwickelt. Pharmaunternehmen können so mit geringerem Aufwand neue Medikamente entwickeln und die Produktion bereits existierender Medikamente verbessern.

Produktionstechnik für die Biotechnologie

Aus dem Bereich Produktionstechnik für die Biotechnologie gibt es am Gemeinschaftsstand Produkte aus dem Werkzeug- und Formenbau für biotechnologische und medizinische Applikationen zu sehen. Ingenieure der Biotechnologie und des Maschinenbaus am Institut für Werkzeugmaschinen und Fabrikbetrieb bearbeiten Querschnittsthemen beider Fachgebiete. Auf der Labvolution mit Biotechnica werden präzise Formeinsätze für die replikative Herstellung von Dentalprodukten und für mikrofluidische Systeme zur Blut- und Zellanalytik gezeigt. Darüber hinaus werden Ergebnisse eines BMWi-geförderten Projekts zur frühzeitigen und schnellen Detektion von prozessschädlichen Mikroorganismen in technischen Fluiden wie Autolacken präsentiert. Die entwickelte Multisensorik erfasst den mikrobiologischen Befall. Nach der integrierten Auswertung werden durch das System Gegenmaßnahmen in Form von Bioziddosierungen eingeleitet.

Patentierte Erfindungen der TU Berlin

Außerdem geht es am Gemeinschaftsstand der TUB noch um patentierte Erfindungen. Das Zentrum für geistiges Eigentum ist die zentrale Anlaufstelle der TU Berlin in allen Fragen zu Technik und Recht. Als Technologietransferstelle ist sie Ansprechpartner für den rechtlichen Schutz und die Vermarktung von Forschungsergebnissen und Erfindungen. Dank zahlreicher nationaler und internationaler Partner kommen an der TU Berlin entwickelte Technologien bereits weltweit in Produkten und Anlagen zur Anwendung. Auf der Labvolution mit Biotechnica präsentiert das Zentrum für geistiges Eigentum alle patentierten Erfindungen der TU Berlin, darunter insbesondere unsere Patente aus den Bereichen Medizintechnik, Biotechnologie, Verfahrenstechnik und Chemie.

Start-up entwickelt neue Bioprinting-Technologie

Schließlich gehört zu den Ausstellern am Stand auch das Start-up Cell Bricks. Es entwickelt eine neue Bioprinting-Technologie, die das dreidimensionale Drucken von komplexen biologischen Materialien ermöglicht. Cell Bricks ist spezialisiert auf Bioprinting Services und produziert biologische Strukturen nach Kundenwunsch genauso wie standardisierte Serienprodukte. Der Fokus liegt auf der Fertigung von Mini-Organen, physiologischen Gewebekulturen und Scaffolds. Die Produkte ermöglichen beispielsweise die Testung regenerativer Technologien oder die Entwicklung neuer Wirkstoffe. Der Einsatz der Drucke im Laboralltag ist für standardisierte Laboranwendungen angepasst, sodass keine kostenintensive Umstellung nötig ist.

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