BV-Med-Mitgliederversammlung

„Eigene Methodik für Medtech-Nutzenbewertung entwickeln“

| Redakteur: Peter Reinhardt

„Wir setzen uns dafür ein, dass eine neutrale Einrichtung im Rahmen der evidenzbasierten Medizin wissenschaftliche Leitlinien für die Methodik zur Nutzenbewertung von Medizintechnologien entwickelt“, erklärte der BV-Med-Vorstandsvorsitzende Dr. Meinrad Lugan auf der Mitgliederversammlung in Berlin.
„Wir setzen uns dafür ein, dass eine neutrale Einrichtung im Rahmen der evidenzbasierten Medizin wissenschaftliche Leitlinien für die Methodik zur Nutzenbewertung von Medizintechnologien entwickelt“, erklärte der BV-Med-Vorstandsvorsitzende Dr. Meinrad Lugan auf der Mitgliederversammlung in Berlin. (Bild:BV-Med)

Beim Thema Nutzenbewertung sind sich eigentlich alle einig: Die Patientensicherheit steht an erster Stelle. Doch wie diese sichergestellt werden kann, wird kontrovers disktutiert. Als Unteressensvertretung der Medtech-Branche hat der BV-Med hierzu eine klare Haltung.

Der Bundesverband Medizintechnologie (BV-Med) fordert eine eigene Methodik für die Nutzenbewertung von Medizintechnologien: „Wir setzen uns dafür ein, dass eine neutrale Einrichtung im Rahmen der evidenzbasierten Medizin wissenschaftliche Leitlinien für die Methodik zur Nutzenbewertung von Medizintechnologien entwickelt. Diese Leitlinien müssen die Besonderheiten der Medizinprodukte besser berücksichtigen“, erklärte der BVMed-Vorstandsvorsitzende Dr. Meinrad Lugan auf der Mitgliederversammlung des Verbandes am 12. April 2016 in Berlin.

Nutzenbewertung ist richtig und wichtig

Die Nutzenbewertung sei richtig und wichtig erklärt der Verband. Daher wären auch die Medtech-Unternehmen für eine sachgerechte Nutzenbewertung im Einklang mit höchster Patientensicherheit. Ziel müsse es aber bleiben, dass Patienten in Deutschland auch künftig schnell von modernen und sicheren Medizintechnologien profitieren können. Das neue Nutzenbewertungsverfahren für neue Untersuchungs- und Behandlungsmethoden mit Medizintechnologien hoher Klassen beim Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) müsse sich daher auf Sprunginnovationen beschränken. „Die für Medtech-Unternehmen typischen Schrittinnovationen zur kontinuierlichen Verbesserung und Anpassung der Technologien dürfen nicht behindert werden“, so Lugan.

Bei den Verhandlungen um die neue europäische Medizinprodukte-Verordnung sieht der BV-Med nach wie vor das vorgesehene aufwändige Scrutiny-Verfahren, also die zusätzliche Überprüfung der Konformitätsbewertung der Benannten Stellen durch ein weiteres Prüfgremium, als besonders kritisch an. Es würde zu unnötiger Bürokratie und Doppelprüfungen führen, ohne mehr Patientensicherheit zu bieten. „Wir lehnen dieses Verfahren ab“, macht der BV-Med-Vorsitzende deutlich. Der Verband setzt sich außerdem für eine Bestandsschutzregelung für Produkte ein, die höher klassifiziert werden und für die bislang Literaturdaten ausreichend waren. Eine obligatorische Haftpflichtversicherung, die beispielsweise vom Parlament gefordert wird, lehnt er ab. Verbesserungen seien bei der Benennung und Überwachung der Benannten Stellen notwendig, um in Europa ein einheitlich hohes Niveau zu erreichen. Um die Überwachung der Hersteller durch die Marktüberwachungsbehörden in den einzelnen Mitgliedsstaaten zu verbessern, müsse es eine weitere Angleichung der Mechanismen zur Marktüberwachung geben.

Ergänzendes zum Thema
 
Fakten zur Lage der Medtech-Branche

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