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Die Dentalbranche wird zu DICOM verpflichtet

| Autor / Redakteur: Autor | Peter Nix / Peter Reinhardt

(Bild: Sopro)

Auf der Fachdental-Messe Mitte September in Leipzig war ein Thema aktueller denn je: die Verpflichtung der Branche zum Datenstandard DICOM. Nachdem der Länderausschuss Röntgenverordnung bereits im November 2014 entschieden hat, die DIN 6862-2 ab 2020 auch in der Zahnheilkunde anzuwenden, sind viele Dentalhersteller gezwungen, die Schnittstellen ihrer Systeme anzupassen.

Beim Austausch von Patienten- und Bilddaten spielt der Datenstandard DICOM (Digital Imaging and Communications in Medicine) eine wesentliche Rolle. Die DIN 6862-2 definiert hier, wie Röntgenaufnahmen und zugehörige Aufzeichnungen strukturiert und weitergegeben werden müssen. Neben den auf Radiologie spezialisierten klinischen Einheiten ist hiervon auch die Dentalmedizin betroffen. Der Datenaustausch erfolgt hier mit dem für diese Domäne spezifischen Protokoll des Verbandes Deutscher Dentalsoftware Hersteller (VDDS). Mit dem Beschluss des Länderausschusses Röntgenverordnung im November 2014, ab 2020 die DIN 6862-2 – und damit den DICOM-Standard – auch in der Zahnheilkunde anzuwenden, müssen Hersteller die Schnittstellen ihrer Röntgengeräte, Patientenverwaltungssysteme etc. anpassen.

Der Workflow mit DICOM

DICOM ist ein Standard, der sowohl das Format von Daten definiert als auch die Art und Weise, wie Daten zwischen den Systemen ausgetauscht werden. Neben verschiedenen Datenklassen für medizinische Bilddaten werden auch Kommunikationsservices definiert, die von bildgebenden Geräten, Informationssystemen und Bildbetrachtungsstationen angeboten werden.

Der Workflow beginnt üblicherweise bei einem Informationssystem, das die Daten für durchzuführende Untersuchungen in einer Worklist zur Verfügung stellt. Ein Gerät, das eine Untersuchung in Form einer Bildaufnahme durchführen soll, holt sich aus der Worklist die entsprechenden Einträge und übernimmt daraus die Patientendaten und Informationen über die Art der Aufnahme. Wurde die Aufnahme erstellt, dann werden die Daten per Store an ein Archivsystem oder eine Bildbetrachtungsstation weitergegeben. Das Informationssystem erhält die Quittung über die durchgeführte Untersuchung. Dieser hier nur vereinfacht beschriebene komplexe Workflow ist im DICOM-Standard sehr genau definiert. Ein System, das sich an den Standard hält, lässt sich so in nahezu jedes DICOM-Netzwerk integrieren. Ein weiterer Vorteil ist die strikte Definition von Pflichtdaten, wodurch jederzeit eine korrekte Zuordnung aufgenommener Bilddaten zu Patienten möglich ist. Genau dies ist die Motivation, DICOM für die Zahnmedizin verpflichtend zu machen. Momentan liegen Bilddaten und Zuordnungsdaten oft noch proprietär vor und lassen sich bei einem Systemwechsel nicht in das neue System übertragen. Die mit DICOM einhergehende domänenübergreifende Kompatibilität medizinischer Systeme mit entsprechend auferlegten Dokumentationspflichten ist dabei im Sinne der Patientensicherheit und der Behandlungsqualität unverzichtbar.

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Ergänzendes zum Thema
 
Wie geht es weiter mit dem VDDS-Standard?

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