„Think big Medical“

Deutsche Medizintechnik-Cluster sammeln Erfahrungen in den USA

| Redakteur: Peter Reinhardt

Die Teilnehmer der Delegationsreise bei ihrem Besuch bei der Firma Coloplast in Minneapolis.
Die Teilnehmer der Delegationsreise bei ihrem Besuch bei der Firma Coloplast in Minneapolis. (Bild: Medical Mountains)

Als eine von drei ausgewählten Cluster-Initiativen hat die Medical Mountains AG die deutsche Medizintechnik in den USA repräsentiert. Die erfolgreiche „Transatlantic Cluster Roadshow“ durch den Mittleren Westen der USA im Rückblick.

  • „Transatlantic Cluster Initiative“ unter Federführung der Deutsch-Amerikanischen Handelskammer
  • Heimspiel für die Tuttlinger Teilnehmer bei Greater MSP in Minneapolis
  • Glienke: „Kooperation mit Partnern in Minnesota vertieft und viele neue Erkenntnisse gewonnen“

Im Rahmen der „Transatlantic Cluster Roadshow“ konnten im Mittleren Westen bestehende Kontakte vertieft und weitere erfolgversprechende Verbindungen geknüpft werden – stets begleitet von dem amerikanischen Leitgedanken „think big“.

Delegationsreise durch den Mittleren Westen

Die einwöchige Delegationsreise ist unter Federführung der Deutsch-Amerikanischen Handelskammer im Mittleren Westen und im Rahmen der „Transatlantic Cluster Initiative“ zustande gekommen. Schwerpunkte: personalisierter Gesundheitsversorgung, Digitalisierung und internationaler Zusammenarbeit. Dementsprechend eng ist das getaktete Programm für die Vertreter der Medical Mountains AG (Tuttlingen), des Landeszentrums Gesundheit Nordrhein-Westfalen und des Medical Valley Nürnberg gestaltet.

Ein „Heimspiel“ erwartet die Teilnehmer der Tuttlinger Abordnung in Minneapolis. Die dortige Clusterorganisation Greater MSP ist bestens bekannt, bringt sie doch ihre Kompetenzen bei der additiven Fertigung in das aktuelle Projekt „MInD – Medical Technology International and Digital“ ein.

Neuland wurde hingegen in Nashville, Tennessee, betreten. Da im Zuge der Digitalisierung stets Standards zur Sprache kommen, interessiert die deutsche Abordnung dort vor allem das Center für medizinische Interoperabilität. Dort arbeiten die Beschäftigten daran, einen der größten Innovationshemmer weltweit abzustellen: Gesucht werden Antworten auf die noch immer nicht zufriedenstellend gelöste Frage, wie ein reibungsloser Datentransfer zwischen verschiedenen medizinischen Systemen und Technologien erfolgen kann.

Besuch im Weltzentrum der Orthopädie

Als letzter Ort der Delegationsreise steht Fort Wayne auf dem Programm. Im Nordosten des Bundesstaats Indiana ist das „Weltzentrum der Orthopädie“ zu Hause. Die in dieser Region ansässigen Unternehmen kontrollieren rund ein Drittel des internationalen Orthopädietechnikmarktes.

Dass in den USA stets ein bisschen größer gedacht wird, ist dort unter anderem am Parkview Mirro Research Center zu erkennen. Im dortigen Testlabor können neue Behandlungsmethoden in einer voll ausgestatteten Klinikumgebung erprobt werden – an hochmodernen Dummys, die auf verschiedene Szenarien programmiert werden können und nicht nur lebensecht auf Eingriffe reagieren, sondern sogar Fragen beantworten. Das Multimillionenprojekt ist allein durch private Stiftungsgelder finanziert.

Gegeneinladung für Amerikaner nach Deutschland ausgesprochen

Neben den offiziellen Besuchsterminen füllten Podiumsdiskussionen und bilaterale Gespräche die Agenda. Medical-Mountains-Vorstand Yvonne Glienke bilanziert: „Wir haben die Kooperation mit den MInD-Partnern in Minnesota weiter vertieft und viele neue Erkenntnisse gewonnen, die unserem Cluster zugutekommen können.“ Die angenehmste Überraschung seien die Erfahrungen in Tennessee und Indiana gewesen. Gut möglich also, dass sich das Netzwerk von Medical Mountains künftig noch weiter über den flachen Mittleren Westen erheben wird. Die Gegeneinladung an die Cluster in Minneapolis, Nashville und Fort Wayne zum Innovationsforum für Medizintechnik am 19. Oktober in Tuttlingen ist jedenfalls ausgesprochen.

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