Med-Industry + Pharma Day

Medizintechnik: „Der Markt wächst jährlich um 12 Prozent“

| Autor: Peter Reinhardt

(Bild: Reinhardt)

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Die Zusammenarbeit zwischen Medizintechnik- und Pharmaunternehmen funktioniert – und verspricht glänzende Wachstumsmöglichkeiten. Aber neben der Aussicht auf hochattraktive Märkte gibt es auch viele Reibungspunkte und Hindernisse.

„Der Markt für Produkte an der Schnittstelle von Medizintechnik und Pharma wächst in den kommenden Jahren jeweils um 12 Prozent.“ Diese Prognose zum Potenzial entsprechender Technologien wagt Dr. Thomas Solbach, Mitglied der Geschäftsleitung von PWC Strategy&, vor den rund 70 Teilnehmern des Med-Industry + Pharma Day von Devicemed am 2. März in Würzburg.

Pharmaindustrie investiert massiv in die personalisierte Medizin

Speziell Unternehmen der Pharmaindustrie investieren nach seiner Erfahrung in jüngster Zeit massiv in Lösungen für die personalisierte Medizin. Aber auch klassische Medizintechnikhersteller, die sich beispielsweise mit wirkstoffabgebenden Beschichtungen beschäftigen, tragen mit ihren Entwicklungen zu diesem Trend bei, wie der Kongress zeigt.

Sie alle kämpfen leider allzu oft mit einem entscheidenden Problem: Auch wenn die technische Umsetzung von Lösungen mit Fokus auf das Patienteninteresse häufig möglich ist, fehlt es an Möglichkeiten der Erstattung. „Gute Ideen zu haben, heißt noch lange nicht, damit auch gutes Geld zu verdienen“, schränkt Solbach das Potenzial ein und ergänzt: „Es spielen die Interessen vieler Stakeholder eine Rolle.“ Eine Aussage, die im Laufe der Veranstaltung von Referenten unterschiedlicher Herkunft gestützt wird.

Apps für Beyond-the-Pill-Konzepte

So spannt beispielsweise Dr. Harald Jainta als Direktor für Geschäftsentwicklung bei Desitin Arzneimittel mit Verweis auf Apps für Beyond-the-Pill-Konzepte den Bogen bis zum verstorbenen Apple-Gründer Steve Jobs. Wobei anzumerken ist, dass der Ideenreichtum der App-Entwickler hier eher beflügelnd wirkt als bremsend – wenn auch nicht immer regularienkonform.

Bremsen Nutzenbewertungsverfahren Innovationen aus?

„Das AMNOG hat jedenfalls gezeigt, dass Nutzenbewertungsverfahren innovationsbremsend wirken können“, berichtet an dieser Stelle Dr. Cord Willhöft von der Kanzlei Field Fisher Waterhouse LLP aus den Erfahrungen der Pharmaindustrie. Dennoch reagiere der Gemeinsame Bundesausschuss weiterhin geradezu reflexartig mit einer Ausweitung seiner Kompetenzen – auch auf den Bereich der Medizinprodukte.

Das führt zu einem Paradoxon. „Die steigenden regulatorischen Anforderungen fördern die Personalisierung der Medizin“, erklärt Dr. Cord Schlötelburg von der Deutschen Gesellschaft für biomedizinische Technik (DGBMT) im VDE. „Denn die Personalisierung trägt dazu bei, die Patientensicherheit zu erhöhen, was letztlich auch die Intention bei der Gesetzgebung ist.“ So sei es kein Wunder, dass patientenspezifische Modelle als Höchstform der Personalisierung Gegenstand der aktuellen Forschung sind.

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