Swiss Medtech

Aus zwei mach eins: Fasmed und Medical Cluster fusionieren

| Redakteur: Peter Reinhardt

Die Deligierten der beiden größten Schweizer Medizintechnik-Organisationen Fasmed und Medical Cluster haben die Fusion zum neuen Verband Swiss Medtech vollzogen.
Die Deligierten der beiden größten Schweizer Medizintechnik-Organisationen Fasmed und Medical Cluster haben die Fusion zum neuen Verband Swiss Medtech vollzogen. (Bild: Peter Mosimann / Swiss Medtech)

Die beiden größten Organisationen der Schweizer Medizintechnik haben auf ihren Mitgliederversammlungen gestern die Fusion zu Swiss Medtech besiegelt. Indem Fasmed und Medical Cluster ihre Aktivitäten zusammenführen, erhöht sich die Schlagkraft der für das Schweizer Gesundheitswesen und die Volkswirtschaft wichtigen Medtech-Branche.

  • Interessenvertretung für 600 Mitglieder, 1.350 Unternehmen und 54.500 Mitarbeiter
  • Peter Biedermann neuer Geschäftsführer
  • 20 Fachgruppen arbeiten an attraktivem Schweizer Werk-, Forschungs- und -Bildungsplatz für Medizintechnik

Der neue Verband vertritt die Interessen von rund 600 Mitgliedern, 1.350 Unternehmen und 54.500 Mitarbeitern. Er engagiert sich für eine hochwertige, sichere und zeitnahe Patientenversorgung, für den Erhalt der Wettbewerbs- sowie Innovationskraft der Branche und für die Stärkung des Heimatmarkts. Zum Geschäftsführer von Swiss Medtech wurde Peter Biedermann bestimmt. Nationalrat Urs Gasche und Rubino Mordasini teilen sich das Präsidium im achtköpfigen Vorstand mit Vertretern aus Industrie, Medizin und Wissenschaft. In 20 Fachgruppen erarbeiten Experten aus den Mitgliedsfirmen Strategien, Lösungen und Stellungnahmen zu relevanten Branchenthemen. Ein Schlüsselvorhaben ist in den nächsten Jahren die Einführung der beiden neuen EU-Regulierungen MDR und IVDR und die damit verbundene enge Zusammenarbeit mit verschiedenen Bundesbehörden.

Ergänzendes zum Thema
 
Kennzahlen der Schweizer Medizintechnikbranche

EU-Regulierungen MDR und IVDR beschäftigen die Branche

Über ein Jahr lang haben sich beide Organisationen intensiv auf die Gründung von Swiss Medtech vorbereitet. Auch personell wurden die Kernbereiche verstärkt. Geschäftsführer Peter Biedermann und sein Stellvertreter General Counsel Jörg Baumann leiten die Swiss-Medtech-Geschäftsstelle. Sie werden von Peter Studer im Fachbereich „Legal, Compliance und Reimbursement“ unterstützt. Der früher bei Swissmedic tätige Senior Expert Regulation leitet den Aufbau der MDR-/IVDR-Swiss-Implementation-Taskforce, die regelmäßig über aktuelle Entwicklungen informiert und Seminare veranstaltet. So wird die Einführung der beiden neuen EU-Regulierungen für Medizinprodukte (MDR) und In-vitro-Diagnostika (IVDR) die gesamte Medizintechnik und damit den neuen Verband in den nächsten Jahren stark beschäftigen. Ein weiteres Schlüsselvorhaben, in dem der Verband seine Mitglieder begleitet, ist die Umsetzung des Swiss Medtech-Kodexes. Darin definiert die Branche die Mindestanforderungen zum ethischen Geschäftsverhalten in der Zusammenarbeit mit medizinischen Fachpersonen und Einrichtungen.

Wachsender Regulierungs- und Kostendruck

Die wachsende Regulierungsflut sowie der steigende Kosten- und Preisdruck fordern die Medtech-Branche immer mehr. Außerdem werden die bisherigen Schweizer Standortvorteile durch das schwierige Umfeld geschmälert: Neben der Frankenschwäche sind die Verzögerungen bei der Unternehmenssteuerreform, der sich verschärfende Fachkräftemangel und die notwendigen bilateralen Verhandlungen mit der EU Wettbewerbsnachteile für die exportorientierte Industrie. Dabei ist die fristgerechte Übernahme der beiden neuen EU-Regulierungen in die Schweizer Gesetzgebung eine wichtige Voraussetzung für den weiterhin freien Warenverkehr mit Europa.

Raschen Zugang zu Innovationen sichern

Hier setzt sich Swiss Medtech für die Sicherstellung des internationalen Handels und des Forschungsaustauschs ein. Weiter im Fokus steht der Abbau nutzloser Bürokratie, um Patienten einen zeitnahen Zugang zu Innovationen zu gewährleisten. So kann es zehn Jahre bis zur Markteinführung und weitere fünf bis zur Vergütung neuer Therapien und Produkte durch die Krankenkassen dauern. Zu diesen für die Branche und das Gesundheitsweisen relevanten Themen steht der Verband im ständigen Dialog mit Partner-Organisationen, den Behörden, Bildungsinstitutionen und Vertretern aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft.

Mit 20 Fachgruppen engagiert sich der Verband für einen attraktiven Schweizer Medtech-Werk-, -Forschungs- und -Bildungsplatz sowie für eine hochwertige und sichere Gesundheitsversorgung: Dazu beteiligen sich Experten aus den Mitgliedsfirmen am Auf- und Ausbau von Implantate-Registern, erarbeiten patientenfreundliche Tarifsysteme, treiben zusammen mit den Spitälern das E-Business im Einkauf voran, entwickeln Aus- und Weiterbildungen und vermitteln Best Practices, beispielsweise zu Prozessoptimierungen.

Informieren, beraten, weiterbilden und vernetzen

Swiss Medtech begleitet und berät seine Mitglieder in regulatorischen, rechtlichen und tariflichen Fragen und informiert regelmäßig über die neusten, auch wirtschaftlichen und politischen, Entwicklungen. Weiter stellt der Verband gezielte Bildungsangebote, exportfördernde Dienstleistungen und unterstützende Maßnahmen für das Unternehmertum bereit, veranstaltet Events und Fachtagungen wie den heutigen Swiss Medtech Day zusammen mit der Kommission für Technologie und Innovation, KTI, und baut schrittweise das nationale Medtech-Portal aus. So wird die Branchenvernetzung weiterhin ein wichtiger Bestandteil des Verbands bleiben.

Mit der SMTI-Branchenstudie liefert Swiss Medtech zusammen mit der Beratungsfirma Helbling wichtige Grundlagen und Analysen zur Schweizer Medizintechnik. Diese ist mit einem Umsatz von 14,1 Mrd. Schweizer Franken und einem Anteil von 2,2 Prozent am Bruttosozialprodukt sowie einem Exportvolumen von 10,6 Mrd. Schweizer Franken eine Schlüsselbranche der Schweizer Wirtschaft.

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Weitere Meldungen über die Schweizer Medizintechnikbranch finden Sie in unserem Themenkanal Szene.

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