Ophthorobotics

Augenroboter sticht bei Sehbehinderung zu

| Autor / Redakteur: Claudia Hoffmann / Sariana Kunze

Mit dem Alter werden die Augen zunehmend schlechter. Bei den über 80-Jährigen ist jeder Fünfte von einer schweren Sehbehinderung betroffen, die mit Spritzen ins Auge behandelt werden.
Mit dem Alter werden die Augen zunehmend schlechter. Bei den über 80-Jährigen ist jeder Fünfte von einer schweren Sehbehinderung betroffen, die mit Spritzen ins Auge behandelt werden. (Bild: gemeinfrei / CC0)

Regelmäßige Spritzen ins Auge benötigen Patienten mit einer altersbedingten Erkrankung der Netzhaut. Diese mussten bislang von spezialisierten Ärzten injiziert werden. Durch eine neue Entwicklung des ETH-Start-up Ophthorobotics könnte diese präzise Aufgabe künftig auch ein Roboter übernehmen und so die Sicherheit für die Patienten erhöhen.

In der Schweiz ist die häufigste Ursache für eine schwere Sehbehinderung bei älteren Menschen die sogenannte Makuladegeneration. Bei den über 80-Jährigen ist jeder Fünfte betroffen. Die Krankheit führt zwar selten zur vollständigen Erblindung, beeinträchtigt das Sehvermögen aber stark. Betroffene sehen häufig nur noch verschwommen und in schweren Fällen nehmen sie nur noch hell und dunkel wahr.

Mit der Spritze ins Auge stechen

Die Krankheit lässt sich nicht heilen, aber im fortgeschrittenen Stadium mit Medikamenten behandeln. Diese halten den Krankheitsverlauf auf und können manchmal sogar die Sehkraft wieder verbessern. Dazu muss Patienten in Abständen von vier bis sechs Wochen ein Medikament gespritzt werden, und zwar direkt ins Auge. "Die Prozedur ist unangenehm, aber in der Regel nicht schmerzhaft", sagt Prof.Stephan Michels, Stellvertretender Chefarzt der Augenklinik des Zürcher Stadtspitals Triemli. Allein am Triemli werden 7.500 Augeninjektionen pro Jahr durchgeführt, schweizweit sind es etwa 100.000. "Manchmal behandle ich bis zu 60 Patienten an einem Tag", sagt Michels.

Start-up stellt Augenroboter vor

Unterstützen könnte ihn und seine Kollegen dabei künftig ein Roboter, den der ETH-Start-up Ophthorobotics derzeit entwickelt. Die Firma haben Forschende des Multiscale Robotic Lab der ETH zusammen mit Ärzten des Triemlispitals gegründet. "Unser Roboter wird der erste sein, der für Augeninjektionen eingesetzt werden kann", sagt Franziska Ullrich, Maschinenbauingenieurin an der ETH und CEO von Ophthorobotics.

Mit Hilfe von Sensoren kann der Augenroboter schneller als jeder Arzt reagieren, falls der Patient das Auge bewegt.
Mit Hilfe von Sensoren kann der Augenroboter schneller als jeder Arzt reagieren, falls der Patient das Auge bewegt. (Bild: Ophthorobotics)

Dank dem Roboter braucht der Arzt die Spritze nicht mehr selbst zu verabreichen. Stattdessen wird das mobile Gerät über dem Kopf des liegenden Patienten platziert. Es erstellt mit Hilfe von zwei Kameras ein 3D-Bild des Auges, in das die Injektion erfolgen soll. Dann berechnet es die Einstichstelle und positioniert selbstständig die Injektionsnadel. Der Arzt kann alles in Echtzeit auf einem Bildschirm überwachen. Er muss nur noch kurz die Einstellungen prüfen und dann die Injektion per Knopfdruck starten. "Mit dem Roboter wird der Eingriff präziser und sicherer ", sagt ETH-Forscherin Ullrich. Sie arbeitet an der Weiterentwicklung des Geräts, das vorerst nur als Prototyp im Labor existiert.

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