Stiftung Prostatakrebsforschung Schweiz

App ermittelt persönliches Prostatakrebsrisiko

| Redakteur: Kathrin Schäfer

Wie funktioniert die App? Neben zwingenden Angaben zum prostataspezifischen Antigen PSA und dem Alter des Nutzers erhöhen Angaben zur familiären Vorbelastung sowie zum Tastbefund und der Größe der Prostata die Genauigkeit der Prognose.
Wie funktioniert die App? Neben zwingenden Angaben zum prostataspezifischen Antigen PSA und dem Alter des Nutzers erhöhen Angaben zur familiären Vorbelastung sowie zum Tastbefund und der Größe der Prostata die Genauigkeit der Prognose. (Bild: Stiftung Prostatakrebsforschung Schweiz)

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Bei 30 bis 40 Prozent der Männer treten im Laufe ihres Lebens Tumorzellen in der Prostata auf. Eine neue App der Stiftung Prostatakrebsforschung Schweiz soll eine rechtzeitige und effiziente Früherkennung möglich machen, indem sie medizinischen Fachkräften, aber auch Laien eine verlässliche Risikoanalyse liefert.

„Die ProstateCheck-App soll Männer frühzeitig an ihre Prostatakrebs-Vorsorge erinnern“, so Prof. Dr. Franz Recker, Vorstand der Stiftung Prostatakrebsforschung Schweiz und Chefarzt der Klinik für Urologie am Kantonsspital Aarau. „Dabei ist zentral, dass man wegkommt von der jährlichen Vorsorge für alle, hin zur Vorsorge für Risikogruppen.“

Der von Recker und seinem Kollegen Dr. Maciej Kwiatkowski mitentwickelte Prostate-Check verhindert unnötige Abklärungen. Nicht jeder früh entdeckte Tumor muss behandelt, aber der therapiewürdige früh entdeckt werden. So treten bei 30 bis 40 Prozent der Männer im Laufe ihres Lebens Tumorzellen in der Prostata auf, die keiner Behandlung bedürfen. Bei 4 bis 8 Prozent der Männer entwickelt sich im Laufe des Lebens jedoch ein bösartiger Tumor. Dies sind täglich 6.000 Männer weltweit. Häufig wird der Tumor in einem zu späten Stadium erkannt, was zur Folge hat, dass die Erfolgsquote der Behandlung drastisch sinkt.

Individualisierte Prostatakrebs-Vorsorge mit App

Die neu entwickelte Prostate-Check-App macht einerseits die Früherkennung rechtzeitiger und effizienter, andererseits verlängert sie Kontrollintervalle bis hin zu sieben Jahren. Der Nutzen des Vorsorgewertes PSA wird verbessert. Eine Risikoanalyse wird innerhalb von Sekunden übermittelt. Die App ermöglicht nicht nur Fach-, sondern auch Hausärzten und Privatpersonen eine verlässliche, rasche Analyse.

Wie funktioniert die Prostate-Check-App?

Die Hochrechnungen der App basieren auf Daten einer umfangreichen Schweizer Prostatakrebs-Vorsorge-Untersuchung und errechnen anhand individueller Daten der Nutzer die Wahrscheinlichkeit von Prostatakrebs. Die benötigten individuellen Daten können bei jeder ärztlichen Vorsorgeuntersuchung ermittelt werden. Neben zwingenden Angaben zum prostataspezifischen Antigen (PSA) und dem Alter des Nutzers erhöhen Angaben zur familiären Vorbelastung sowie zum Tastbefund und der Größe der Prostata die Genauigkeit der Prognose noch zusätzlich.

Anhand dieser Angaben berechnen die eigens entwickelten Algorithmen die Wahrscheinlichkeit eines behandlungswürdigen Tumors in Prozent sowie die Wahrscheinlichkeit von Prostatakrebs in vier, acht und zwölf Jahren. Andererseits kann das persönliche Kontrollintervall beim Arzt auf bis zu sieben Jahre verlängert werden. Der daraus resultierende Rückgang an Prostatauntersuchungen bedeutet eine Effizienzsteigerung ärztlicher Vorsorge-Abläufe und damit eine starke Kostenreduktion für das Gesundheitssystem.

Die App ist kein Medizinprodukt

Die Prostate-Check-App ist kostenpflichtig und steht ab zwei Euro in den App Stores von Apple und Android als Download zur Verfügung. Sie ist auf Deutsch, Englisch, Hindi, Chinesisch, Arabisch und Spanisch erhältlich.

Auf Rückfrage von Devicemed heißt es bei der Stiftung Prostatakrebsforschung Schweiz, dass es sich bei der App nicht um ein medizinisches Produkt handele, sondern um eine Anwendungsempfehlung. Die App gebe Wahrscheinlichkeiten zur Risikobeurteilung an und beruhe auf langen Verlaufsbeobachtungen einer Vorsorgestudie im deutschsprachigen Raum. Jegliche Haftung habe man demnach im Disclaimer ausgeschlossen.

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